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Minderung (Mitigation)

Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft

Im Sektor Landwirtschaft werden CH4-Emissionen aus der Verdauung von Säugetieren (Quellgruppe 3A), aus dem Wirtschaftsdüngermanagement (3B) und aus der Vergärung und Lagerung von Energiepflanzen (3J) sowie N2O-Emissionen aus dem Wirtschaftsdüngermanagement (3B), durch Stickstoffeintrag in Böden (3D) und aus der Lagerung von Energiepflanzengärresten (3J) bilanziert. Dazu kommen CO2-Emissionen durch Kalkung (3G) und Ausbringung von Harnstoff (3H). CO2-Quellen und Senken in Biomasse und Böden werden dagegen im Sektor LULUCF (siehe Abschnitt 3) berichtet.
Im Jahr 2016 emittierte der Sektor Landwirtschaft 65.228 kt CO2-Äquivalente. Die Aufteilung auf die berichteten Gase zeigt Tabelle 1.

Tabelle 1: Zusammensetzung der landwirtschaftlichen THG-Emissionen 2016

 

 

in kt CO2eq

in %

CH4-Emissionen

1.278 kt CH4

31.959

49,9

N2O-Emissionen

102 kt N2O

30.497

46,8

CO2-Emissionen

2.773 kt CO2

2.773

4,3

Summe

 

65.228

100

Quelle: Umweltbundesamt, Nationaler Inventarbericht 2018

 

Emissionstrends im Sektor

2016 lag die Gesamt-THG-Emission aus dem Sektor Landwirtschaft bei 65.228 kt CO2-Äquivalenten und damit 17,8 % niedriger als 1990. Gegenüber dem Jahr 2015 sind die Emissionen um 2,2 % gesunken. Im Vergleich zu 2017 werden in allen Jahren geringfügig (durchschnittlich 0.1 %) niedrigere Emissionen berichtet.

Zwischen 1990 und 2016 haben sich die THG-Emissionen im Sektor Landwirtschaft um 14.170 kt CO2-Äquivalente reduziert (-17,8 %). Tabelle 2 zeigt, wie sich die Emissionen der einzelnen Quellgruppen seit 1990 prozentual verändert haben. Für die Energiepflanzenvergärung kann keine prozentuale Änderung angegeben werden, da diese Praxis 1990 noch nicht verbreitet war. 2016 entfallen auf diese Quellgruppe 1.627 kt CO2-Äquivalente bzw. 2,5 % der landwirtschaftlichen Emissionen. Die THG-Einsparungen resultieren weiterhin primär aus dem Strukturwandel Anfang der 1990er Jahre und dem weiteren Rückgang der Rinderbestände bis Mitte der 2000er Jahre. Seit dem Tiefststand 2007 haben die Treibhausgasemissionen im Sektor Landwirtschaft wieder zugenommen (Abbildung 1).

Tabelle 2: Veränderung der Emissionen aus den verschiedenen Quellgruppen seit 1990

Verdauung (CH4)

-29,4 %

Hauptursache: Rückgang der Rinderbestände

Wirtschaftsdüngermanagement (CH4+N2O)

-24,3 %

Hauptursache: Rückgang der Säugetierbestände

Böden (N2O)

-6,9 %

 

Kalkung (CO2)

-27,8 %

 

Harnstoffausbringung (CO2)

+71,1 %

Starke Zunahme der Harnstoffverwendung

Energiepflanzen (CH4+N2O)

 

Prozentangabe nicht möglich, da 1990  Energiepflanzenvergärung = 0

Quelle: Umweltbundesamt, Nationaler Inventarbericht 2018

Gegenüber dem Vorjahr 2015 sind die THG-Emissionen 2016 um 1.462 kt CO2-Äquivalente leicht gesunken (-2,2 %). Die Abnahme betraf insbesondere die Quellgruppe Böden, vor allem durch geringere Mineraldüngermengen. Durch einen leichten Rückgang der Tierzahlen sind die Emissionen aus den Quellgruppen Verdauung und Wirtschaftsdüngermanagement ebenfalls leicht zurückgegangen.

Änderungen gegenüber dem Vorjahr 2017

Im Vergleich zu 2017 gab es nur unwesentliche Änderungen. Insgesamt werden in allen Jahren leicht geringere Emissionen berechnet, die Unterschiede betragen jedoch im Mittel nur etwa 0,1 %. Die bei weitem bedeutendste Ursache für die Unterschiede ist die Herabsetzung der NH3-Emissionsfaktoren für Mineraldüngeranwendung durch das neue EMEP-2016-Guidebook. Dies wirkt sich auf die indirekten N2O-Emissionen aus Böden in der Quellgruppe Böden aus. Andere Änderungen durch Aktualisierungen von Leistungsdaten oder leistungsabhängigen Daten oder Methoden bei den Tieren bzw. bei Aktivitätsdaten für die Berechnung der Emissionen aus der Vergärung wirken sich nur geringfügig aus.

Die folgende Tabelle 3 gibt die Entwicklung der Emissionen aus der Landwirtschaft in den letzten 26 Jahren aufgedröselt nach Quellgruppen wieder.

Tabelle 3: Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft 1990 – 2016 in kt CO2-Äquivalenten

Jahr

Gesamt-emission Landwirtschaft

CH4

Verdauung

CH4

Wirtschafts-dünger-management
 

N2O

Wirtschafts-dünger-managementa
 

CH4 + N2O

Energie-pflanzen-gärreste b
 

N2O

Böden c
 

CO2

Kalkung
 

CO2

Harnstoff-anwendung

 

1990

79.398

34.664

8.073

5.084

0

28.392

2.704

480

1991

71.792

30.725

7.204

4.498

1

26.460

2.471

434

1992

69.334

29.667

7.128

4.428

1

25.506

2.206

398

1993

68.324

29.444

7.050

4.425

2

25.036

1.917

451

1994

66.438

29.427

7.382

4.204

2

23.487

1.519

417

1995

67.861

29.340

7.291

4.195

5

24.808

1.745

477

1996

67.866

29.259

7.333

4.222

8

24.819

1.744

481

1997

66.951

28.410

7.225

4.140

10

24.844

1.824

496

1998

66.924

27.878

7.363

4.086

23

25.052

2.005

516

1999

67.719

27.841

7.354

4.072

26

25.818

2.048

560

2000

67.415

27.091

7.183

4.043

42

26.252

2.225

579

2001

66.973

27.356

7.266

4.119

59

25.620

1.913

641

2002

64.870

26.287

7.085

4.036

85

24.740

1.992

645

2003

63.883

25.871

7.105

4.029

100

24.315

1.831

633

2004

63.807

25.146

6.882

3.945

129

25.215

1.819

672

2005

63.254

24.931

6.877

3.988

342

24.790

1.727

598

2006

62.351

24.334

6.672

3.938

466

24.628

1.659

654

2007

61.772

24.307

6.639

3.979

618

23.802

1.786

641

2008

64.148

24.782

6.633

3.997

697

25.557

1.835

648

2009

63.425

24.837

6.596

4.009

865

24.528

1.795

795

2010

62.647

24.654

6.347

3.934

1.052

24.335

1.738

587

2011

64.286

24.348

6.240

3.879

1.267

25.915

1.886

750

2012

63.849

24.345

6.296

3.857

1.276

25.501

1.949

625

2013

65.004

24.717

6.252

3.856

1.517

25.963

2.004

695

2014

66.289

24.864

6.288

3.877

1.561

26.759

2.242

698

2015

66.690

24.756

6.189

3.831

1.614

27.229

2.215

856

2016

65.228

24.456

6.143

3.794

1.627

26.436

1.952

820

a N2O aus Wirtschaftsdüngermanagement enthält indirekte N2O Emissionen aus der Deposition von NH3-N und NO-N welches aus Stall und Lager emittiert wurde.

b Emissionen aus dem Fermenter und aus der Lagerung von Gärresten aus Energiepflanzen

c enthält N2O-Emissionen aus der Ausbringung von Gärresten aus Energiepflanzen

Quelle: Umweltbundesamt, Nationaler Inventarbericht 2018

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