Suche schließen

Anpassung (Adaptation)

Maßnahmen des Bundes zur Unterstützung der Wirtschaft bei ihrem Anpassungsprozess

  • Durch ein wirksames Sortenschutzrecht sind Pflanzenzüchter in die Lage zu versetzen, angepasste Pflanzensorten und gegebenenfalls Kulturarten zu entwickeln.
  • Förderung des Wasserrückhalts in dürregefährdeten Agrar- und Waldlandschaften über die GAK (Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes")
  • Förderung der Infrastruktur zur Bewässerung über die GAK
  • Förderung von Verfahren zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit, der Bodenstruktur sowie der natürlichen Regelmechanismen im Rahmen von Agrarumweltmaßnahmen
  • Wissenstransfer insbesondere im Hinblick auf angepasste Formen der Landbewirtschaftung, Tierhaltung, Tierernährung und Tiergesundheit
  • Förderung von Tierzucht- und Managementmaßnahmen in der Tierhaltung
    • Einbeziehung des Merkmals "Hohe Leistungsstabilität der Nutztiere auch bei suboptimalen Temperaturbedingungen (Hitze)" in die Leistungsprüfungen und Zuchtwertschätzung – und damit in die weitere züchterische Bearbeitung (mittelfristig; Zuchtorganisationen unter weiterer Förderung über GAK)
    • Erhaltung und nachhaltige Nutzung tiergenetischer Ressourcen der Landwirtschaft als Haltungs- und Zuchtreserve zur Vorsorge für künftig erforderlich werdende Anpassungsmaßnahmen der Tierzucht an sich ändernde Rahmenbedingungen (mittelfristig; Länder und Zuchtorganisationen; Erweiterung des GAK-Fördergrundsatzes "Tiergenetische Ressourcen").
  • Ausbau der wissenschaftlichen Entscheidungsgrundlagen für einen klimaangepassten Waldumbau (Standortkartierung, Forstpflanzenzüchtung, Provenienzforschung, regionale Anbauempfehlungen etc.).
  • Förderung der Forstwirtschaft im Rahmen der GAK, z.B.: 
    • Umbau von Reinbeständen und von nicht standortgerechten Beständen in stabile Laub- und Mischbestände und Verwendung geeigneten Vermehrungsgutes.
    • Jungbestandspflege zur Anpassung an Standort und Bestockungsziel.
    • Vorbeugung und Bewältigung von Kalamitäten.
    • Darüber hinaus ist zu prüfen, ob weitere Maßnahmen aufgenommen werden können, z.B. Förderung des Wasserrückhalts in Gebieten mit stark negativer Wasserbilanz.
  • Dialog und Wissenstransfer mit Experten der Länder und der Forstwirtschaft.
  • Monitoring der Klimaveränderungen zur Förderung des Verständnisses für die Notwendigkeit von Anpassungsmaßnahmen.
  • Weiterentwicklung der internationalen Überwachung des Fischfangs und Vergabe von Quoten für die Fischerei
    • Alternatives / Adaptives Management
    • Technische Maßnahmen
    • Pufferkapazität der genutzten Ressourcen und der nutzenden Fischereien erhöhen
    • Einrichtung von Schutzzonen, die die Widerstandsfähigkeit der Bestände gegen Umwelteinflüsse erhöhen
    • Rücklagenbildung für klimabedingte Ausfälle/Umstrukturierungen fördern
    • Verzahnung Fischerei - Tourismus stärken als alternative Einnahmequelle
    • Alternative Steuerungselemente für Fischerei
  • Aquakulturen, vor allem mit Arten, die mit pflanzlichen Futtermitteln versorgt werden können

Die Ressortforschung des BMELV wurde 2008 unter stärkerer Berücksichtigung des Themas Klimaschutz neu strukturiert und in den BMELV-Forschungsplan 2008 wurde der Themenkomplex "Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel" nun als eines der 7 Hauptziele der Ressortforschung aufgenommen. Die einzelnen Forschungsinstitute bearbeiten zum Thema Anpassung folgende Hauptaufgaben:

  1. Analyse der Auswirkungen von Klimaänderungen auf Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau, Fischerei, Ernährungswirtschaft sowie Kulturlandschaften, ländliche Räume und aquatische Ökosysteme einschließlich Inventarisierung unerwünschter Immissionen (Depositionen) in die Land-, Forst- und Fischwirtschaft.
  2. Untersuchungen zur Charakterisierung, Prävention und Bekämpfung von auf Grund des Klimawandels neu oder verstärkt auftretenden Schadorganismen der Pflanzen und abiotischen Schadursachen, natürlichen Kontaminanten, Tierseuchen und Zoonosen sowie gegebenenfalls ihrer Überträger.
  3. Analyse und Entwicklung von Verfahren, Anbausystemen, Produkten und Dienstleistungen zur Anpassung der Agrarwirtschaft an veränderte Klimabedingungen einschließlich ihrer ökonomischen und ökobilanziellen Bewertung.
  4. Inventarisierung unerwünschter klimarelevanter und luftverschmutzender Emissionen aus der Land- und Ernährungswirtschaft einschließlich Untersuchungen zur flächendeckenden Erfassung gasförmiger Emissionen aus Böden und Bewuchs sowie deren Bewertung.
  5. Entwicklung beziehungsweise Weiterentwicklung des Schutzes und des Ausbaus biogener Kohlenstoffspeicher.

Anpassung an den Klimawandel war auch bisher als Forschung für eine standortgerechte Agrarproduktion eine zentrale Aufgabe der Ressortforschung. Zur Unterstützung der Koordination dieser Aufgabe wurde bereits 1989 die Senatsarbeitsgruppe Klimaänderungen eingesetzt.

Schließen
Vorheriges Bild Nächstes Bild